Kinderwohl
Kinder sind etwas ganz Besonderes- jede Phase ihres Lebens ist einzigartig: vom Baby über das Kleinkind bis hin zum Heranwachsenden. Es ist ein großes Privileg, Kinder beim Wachsen zu begleiten, ihre Entwicklung zu beobachten und zu sehen, wie sie denken, fühlen und ihren Platz in der Welt finden.
Gerade in den ersten Lebensjahren sind wir als Erwachsene ihr wichtigster Halt. Wir möchten nur das Beste für sie- dass sie gesund sind, sich sicher fühlen und sich frei entfalten können. Wenn Kinder krank sind, leider wir mit ihnen. Wir würden alles tun, um ihnen Schmerzen und Sorgen zu ersparen.

Jedes Kind ist einzigartig und genau so, wie es ist, richtig. Dennoch wird uns von Anfang an Druck gemacht: Trinkt er genug? Schläft es genug? Hat es schon Zähne? Läuft oder spricht es bereits? Uns später: Wie ist es in der Schule- ist es gut genug, vielleicht sogar das Beste?
Kinder werden ständig gemessen und mit anderen verglichen. Kaum hat ein Kind eine Entwicklungsstufe erreicht, folgt schon die nächste Frage. Das macht es für uns als Eltern oft schwer, mitzuhalten, und kann verunsichern. Und as ist schade.
Viel wichtiger ist es, sich abzugrenzen, dem eigenen Kind zu vertrauen und nicht ständig auf die Stimmen von außen zu hören. Vor allem aber: Zeit mit dem eigenen Kind zu verbringen- denn das ist eigentlich das Allerwertvollste.

Was brauchen die Kinder?
Unsere Zeit
Was Kinder am meisten brauchen, ist unsere Zeit. Es ist schade zu sehen, wenn ein Kind schon im Kinderwagen mit dem Handy der Eltern beschäftigt wird- oft ganz selbstverständlich. Doch ist das wirklich notwendig?
Gemeinsame Zeit ist für Kinder das Wertvollste überhaupt. Und auch für uns Erwachsene kann sie etwas sehr Schönes und Entspannendes sein, wenn wir uns bewusst Zeit nehmen und mit unseren Kindern auf dem Boden spielen, lachen und im Moment sind.
Es gibt viele einfache und kreative Ideen, wie man Kinder- auch drinnen- beschäftigen kann. Das Internet bietet zahlreiche Anregungen für gemeinsames Spielen, Basteln und Entdecken. Nutzen Sie diese Tipps. Alles andere kann warten.

Grenzen und Regeln
Kinder brauchen Regeln- das ist ganz einfach so. Sie brauchen Erwachsene, die ihnen zeigen, was erlaubt ist und was nicht. Und dafür sind wir Eltern verantwortlich. Regeln geben Kindern Orientierung, Sicherheit und Halt.
Rituale und klare Strukturen helfen im Alltag sehr. Bei uns hat sich zum Beispiel über viele Jahre ein Sternesystem bewährt. Die Kinder konnten Sterne sammeln, wenn Sie Aufgaben erledigt haben, die ihnen nicht so leicht gefallen sind. Bei zehn gesammelten Sternen dürften sie sich etwas aussuchen. Dieses System hat wirklich gut funktioniert.
Auch klare Absprachen im Alltag sind sehr wichtig. Zum Beispiel beim Einkaufen: Schon vor dem Geschäft wird besprochen, was eingekauft wird und ob es Süßigkeiten gibt- ja oder nein. Wenn sich Eltern und Kinder vorher einigen, lassen sich Streit , Weinen und Wutanfälle im Laden oft vermeiden.
Regeln aufstellen ist meist nicht schwer- sich daran zu halten und konsequent zu bleiben, ist oft die größere Herausforderung.
Doch Kinder brauchen diese Verlässlichkeit. Wenn Regeln klar sind und beständig eingehalten werden, gibt das Kindern Sicherheit und Orientierung.

Bewegung und frische Luft
Kinder brauchen Bewegung- und sie brauchen frische Luft. Raus gehen, klettern, rennen, springen, Dinge in die Hand nehmen und ausprobieren: All das gehört zu einer gesunden Entwicklung dazu. Je mehr Bewegung Kinder im Alltag bekommen, desto ausgeglichener sind sie- und desto ruhiger schlafen sie meist auch.
Bewegung hilft Kindern, den Tag gut zu verarbeiten. Am Abend fällt das Einschlafen oft leichter- ganz ähnlich wie bei uns Erwachsenen. Wenn Kinder noch klein sind, geht man fast automatisch mit ihnen nach draußen. Werden sie größer, braucht es manchmal einen bewussten Impuls, um gemeinsam wieder mehr Zeit im Freien zu verbringen.

Trinken und Schlaf
Genügend Flüssigkeit und Schlaf sind für Kinder genauso wichtig wie für Erwachsene. Bieten Sie Ihrem Kind täglich Wasser an- Säfte, Cola oder Limonade sind nur gelegentlich erlaubt. Besonders wichtig ist es, den Tag mit etwas Wasser zu starten, schon auf nüchternen Magen, damit der Körper gleich morgens versorgt ist.
Auch ausreichend Schlaf ist entscheidend. Viele Kinder schlafen zu wenig, weil sie Abends nicht ins Bett möchten. Bleiben Sie konsequent- es lohnt sich: Für Sie, um noch Feierabend genießen zu können, und für Ihr Kind, damit es genügend Erholung bekommt und gesund aufwachsen kann.

Süßigkeiten und Snacks
Wussten Sie, das zu viele Süßigkeiten, Chips oder andere Snacks Kinder oft unruhig machen können?
Zucker, Fett und verschiedene Zusatzstoffe liefern schnelle Energie, die Kinder nicht immer gut "abbauen" können- sie haben dann mehr Bewegungsdrang, können schlechter still sitzen und wirken manchmal aufgekratzt.
Natürlich ist es nicht immer leicht, sich zurückzuhalten- gerade bei dem großen Angebot in den Geschäften. Umso wichtiger ist es, bewusst einzukaufen: Wer weniger kauft, hat auch weniger zu Hause. So gibt es für Kinder- und auch für Sie selbst- weniger Gelegenheit, ständig zu naschen.
Wenn Sie Obst klein geschnitten auf einen Teller legen, wird es meist schneller gegessen, als wenn es einfach unberührt in der Küche liegt.

Vermeiden Sie Elektonik
Versuchen Sie, Tablet, Handy und Fernsehen möglichst lange zu vermeiden. Kinder brauchen echte Aufmerksamkeit, und als Eltern muss man oft die eigene Bedürfnisse hintenanstellen. Die Natur bietet einen viel besseren Ausgleich: Kinder können rennen, klettern und entdecken, während Sie selbst durchatmen und entspannen können.
Elektronische Geräte halten Kinder zwar kurzfristig ruhig, machen sie langfristig aber unruhiger und quengelig.
Wenn Sie trotzdem den Eindruck haben, dass Ihr Kind sehr unruhig ist, obwohl Sie klare Regeln aufstellen, Zeit in der Natur verbringen und aktiv mit ihm umgehen, können Sie mich gerne für eine Erst- Anamnese kontaktieren- vielleicht kann ich Ihnen weiterhelfen.

