Homöopathie für zuhause
Der Einstieg in die Homöopathie kann ganz einfach sein. Viele Menschen beginnen mit einer kleinen Grundausstattung bewährter Mittel für den Alltag.
Hilfreich ist es, sich etwas Zeit zu nehmen, um die Grundideen der Homöopathie zu verstehen und zu lernen, wann ein Mittel sinnvoll sein kann und wann professionelle Unterstützung erforderlich ist. Dazu gibt es bereits viele Literaturquellen und Ratgeber.

Die Homöopathie kann gut als Ergänzung zu bewährten medizinischen Maßnahmen eingesetzt werden.
Bitte beachten Sie: Homöopathische Mittel sollten bewusst und verantwortungsvoll angewendet werden. Bei anhaltenden Beschwerden oder Unsicherheiten empfehle ich, fachkundigen Rat einzuholen.

Zu den unten aufgelisteten Globuli habe ich für Sie die wichtigsten Punkte aus meinen eigenen Erfahrungen zusammengefasst. Wenn Sie darüber hinaus mehr erfahren möchten, finden Sie im Internet zahlreiche weitere allgemeine Informationen und Beschreibungen.
Bitte beachten Sie, dass jeder Mensch anders reagiert. Meine Hinweise ersetzen daher keine individuelle Beratung. Dafür stehe ich Ihnen gerne persönlich zur Verfügung.
Symptome
definieren
In der Homöopathie achten wir nicht nur darauf, was weh tut oder belastet, sondern auch darauf, wie sich die Beschwerden zeigen. Art des Schmerzes (drückend, brennend, stechend), Zeitpunkt (morgens, abends, nach dem Essen), begleitende Empfindungen und die kleinen persönlichen Signale des Körpers erzählen oft mehr als das Hauptsymptom selbst.
Modifikation
finden
Oft geben uns einfache Fragen wertvolle Hinweise auf das richtige Mittel: Was bessert die Beschwerden, was verschlechtert sie? Tut Wärme oder Kälte gut? Ist es draußen oder an der frischen Luft besser? Sind die Schmerzen bei Bewegung oder in Ruhe angenehmer- und so weiter.
Richtige Potenz
Die Wahl der Potenz richtet sich danach, wie fein oder tiefgehend sie unterstützen soll, und wird an die Person angepasst. Generell empfiehlt sich für den Hausgebrauch die Potenz D6 oder D12.

Hinweise zur Einnahme von Globuli:
- Globuli mindestens eine halbe Stunde vor oder nach dem Essen einnehmen.
- Keine Einnahme direkt nach stark aromatisierten Lebensmitteln oder Getränken wie Kaffee, Pfefferminze oder Alkohol, da dies die Wirkung der Globuli stören kann.
- Dosierung beachten: Wiederholen Sie die Einnahme alle halbe Stunde, höchstens sechs Mal am Tag, wie in Ihrem homöopathischen Fachbuch empfohlen.
- Lagerung: trocken, kühl und lichtgeschützt aufbewahren.
- Halten Sie einen Abstand von mindestens 50 cm bis 1 Meter von elektrischen Geräten entfernt, um ihre Wirkung nicht zu stören.
- Bei anhaltenden oder sich verschlimmernden Beschwerden unbedingt ärztliche Hilfe aufsuchen.
Arnika
Arnika möchte ich heute nicht mehr missen. Sie hat sich nicht nur bei Verletzungen wie Stürzen, Prellungen oder allgemeinen Schmerzen sehr gut bewährt, sondern auch in Momenten, in denen man sich völlig ausgelaugt fühlt, abends müde ist und einem alles weh tut. Probieren Sie Arnika auch, wenn eine alte Verletzung immer wieder zwickt, obwohl äußerlich nichts Auffälliges zu sehen ist, oder nach einem Zahnarztbesuch.
Hypericum
Hypericum kommt besonders zum Einsatz, wenn bei einer Verletzung oder Operation auch die Nerven betroffen sind, zum Beispiel bei Zahnwurzelbehandlungen, zerquetschten Fingern, Stürzen auf das Steißbein oder Stichverletzungen. Meiner Erfahrung nach wirkt es gut bei akuten Nervenschmerzen und dem typischen Nerven Stichgefühl. Oft wird die Empfindlichkeit an den verletzten Stellen deutlich gemildert, und die Betroffenen fühlen sich etwas entspannter und wohler.
Belladonna
Belladonna hat sich besonders bewährt, wenn Beschwerden plötzlich und heftig auftreten- sei es Fieber, Husten, Schmerzen oder eine Ohrentzündung.
Oft wachen Kinder abends oder mitten in der Nacht mit heftigen Symptomen auf und suchen Nähe bei der Mutter. Ich habe dies besonders bei meinem kleinsten Kind erlebt. In solchen Momenten ist es normal, zunächst etwas Angst zu spüren- sowohl vor den Schmerzen als auch davor, die Situation auszuhalten. Wichtig ist, Ruhe zu bewahren, das Kind sanft zu halten oder zu schaukeln und Geduld zu haben: Manchmal verschlimmern sich die Beschwerden nach der Gabe von Globuli zunächst für ein paar Minuten, bevor sich der Zustand langsam beruhigt.
Chamomilla
Chamomilla ist ein sanft beruhigendes Mittel, das sich besonders bei Zahnungsbeschwerden, Bauchschmerzen oder Verdauungsproblemen bewährt hat. Typisch ist, dass bei Zahnungsbeschwerden eine Backe oft heiß oder gerötet ist- in solchen Fällen kann Chamomilla helfen, das Unwohlsein zu lindern. Denken Sie jedoch daran: Zahnen ist von Natur aus eine unangenehme Erfahrung, und auch Babys mit Koliken brauchen vor allem viel Fürsorge und liebevolle Aufmerksamkeit.
Bryonia
Bryonia ist ein Mittel, das besonders bei Schmerzen hilfreich sein kann, egal wo am Körper sie auftreten. Typisch ist, dass die Beschwerden bei jeder Bewegung stärker werden- oft möchten die Betroffenen dann am liebsten ganz still und ruhig liegen und sich so wenig wie möglich bewegen. Auch trockener, reizender Husten kann sehr schmerzhaft sein, da der Brustkorb dabei stark belastet wird. In solchen Situationen kann Bryonia helfen, die Ruhe zu unterstützen.
Die Beschwerden entwickeln sich meist langsam.
Euphrasia
Euphrasia ist besonders hilfreich, wenn die Augen stark betroffen sind: brennend, tränend, geschwollene Lider, empfindlich auf Licht oder Berührung. Oft läuft auch die Nase stark, ist aber meist nicht verstopft. Typisch ist: Wer nur eine verstopfte Nase ohne brennendes Tränen hat, spricht meist weniger gut auf Euphrasia an. Es ist also vor allem ein Mittel bei reizenden, tränenden Augen im Zusammenhang mit Heuschnupfen oder anderen Allergien.
Pulsatilla
Pulsatilla wird bei verstopfter Nase und gelbem Nasensekret eingesetzt. Typisch ist, dass oft nur ein Nasenloch verstopft ist (zum Beispiel nachts auf der Seite, auf der man liegt), während das andere frei bleibt. Die Beschwerden können sich im Tagesverlauf ändern. Häufig sind die Betroffenen weinerlich oder anhänglich und fühlen sich besonders in warmer Umgebung wohler.
Aconitum
Aconitum wird dann eingesetzt, wenn Beschwerden plötzlich, heftig und überraschend auftreten- zum Beispiel nach einem Schreck, kaltem Wind oder einer akuten Erkältung. Es kann helfen, die anfängliche Schockreaktion zu lindern und etwas Ruhe zu bringen. Bei rechtzeitiger Einnahme kann es zudem helfen, eine aufkommende Erkältung frühzeitig abzumildern.
Apis
Typische Symptome für Apis mellifica sind Insektenstische wie Wespen- oder Bienenstiche. Wenn die Beschwerden eine Reaktion wie Schwellung, Entzündung, Juckreiz, brennende und stechende Schmerzen oder helle Rötungen umfassen.
Auch bei Entzündungen der Harnwege, der Haut und der Schleimhäute, bei Allergien sowie bei Gelenkschmerzen, wenn die Symptomatik dazu passt.
Arsenicum album
Das Mittel wird häufig empfohlen, wenn Beschwerden plötzlich auftreten. Typische Anwendungsgebiete sind plötzlicher Schnupfen mit starkem Niesen, brennender oder laufender Nase sowie Magen- Darm- Beschwerden wie Übelkeit, Erbrechen oder Durchfall. Es ist auch besonders passend, wenn sich die Betroffenen schwach und erschöpft fühlen.
Nux Vomica
Das Mittel passt zu Verdauungsstörungen durch übermäßigen Konsum von Essen, Kaffee oder Alkohol, zu Magenkrämpfen mit Übelkeit oder dem Gefühl eines Steins im Magen sowie zu Schlafstörungen durch Aufregung, Überarbeitung oder Schlafmangel.
Drosera
Es wird vor allem bei reizendem (Kitzelreiz im Kehlkopf), krampfartigem Husten eingesetzt, der besonders nachts oder beim Liegen stark auftrit. Typisch ist, dass der Husten heftig oder krampfartig ist und oft das Schlafen erschwert.
Beschwerden und passende Globuli
Damit Sie sich auf Ihrem Weg zur Selbstheilung mit Homöopathie gur zurechtfinden, habe ich die Beschwerden und die passenden Globuli für Sie zusammengestellt.
Erkältung/ Grippe/ Fieber- Falls die Mittel nicht schnell helfen, sollten Sie die Ursache fachärztlich abklären lassen.
Aconitum: Schon vorbeugend beim ersten Frösteln geben.
Belladonna: Beginn meist nachmittags oder abends. Der Kopf ist heiß, und der Betroffene möchte zugedeckt sein. Auch möglich als Folge von feucht-kalter Luft oder nassem Haar.
Chamomilla: Heißer, schwitziger Kopf, eine Backe rot, die andere blass; anhaltendes Fieber, gefolgt von Schweiß; viel Durst.
Bryonia: "Will seine Ruhe"; Durst auf Kaltes; Abneigung gegen Bewegung; auch Kopf-, Glieder- und Augenschmerzen.
Arsenicum album: Schüttelfrost, Durst, Unruhe Ängstlichkeit, Schwäche; Verlangen nach Wärme.
Arnica: Gefühl wie "geprügelt"; mal heiß, mal kalt; rotes, heißes Gesicht; fühlt sich an, als ob das Bett zu hart wäre.
Rhus T.: Ruhelos, möchte sich ständig bewegen bzw. die Lage verändern; zudem belegte zunge, möglicherweise durch Kälte und Nässe verursacht.
Husten/ Bronchitis- Starke Schmerzen in der Brust, hohes Fieber, Verdacht auf Lungenentzündung und chronischer Husten müssen fachärztlich abgeklärt werden.
Aconitum: Husten tritt plötzlich auf und ist anhaltend; Hals ist beengt. Eventuell zusätzlich hohes Fieber und starker Durst.
Belladonna: Plötzlicher bellender Husten, geringer Durst, zusätzlich klopfende Kopfschmerzen und heißes Gesicht beim Husten.
Bryonia: Harter, trockener Husten, eventuell stechende Brustschmerzen. Betroffener möchte Ruhe, wirkt gereizt, hat Durst auf Kaltes. Beschwerden verschlimmern sich bei Bewegung, tiefem Atmen oder Sprechen.
Drosera: Bellender Reizhusten mit starken Hustenanfällen, ausgelöst durch heftiges Kitzeln in der Luftröhre, teilweise mit Würgen und Erbrechen. Beschwerden verschlimmern sich nachts im Liegen sowie beim Sprechen oder Essen.
Spongia: Heisere Stimme, trockener und abgehackter Husten mit Halsschmerzen. Beschwerden verschlimmern sich bei kalter Luft und nachts, bessern sich durch warme Speisen und Getränke.
Pulsatilla: Gelb-grüner Schleim, der sich morgens gut abhusten lässt. Tagsüber oder an der frischen Luft nur wenig Husten, abends jedoch trockener, krampfartiger Husten, der nach frischer Luft verlangt.
Halsschmerzen- Wenn die Mittel nicht schnell helfen, sollte die Ursache fachärztlich abgeklärt werden.
Nux Vomica: Wenn die Schmerzen beim Schlucken ins Ohr ausstrahlen, bessern sich durch Wärme und können durch Luftzug oder Kälte ausgelöst werden.
Aconitum: Trockener, geröteter und heißer Rachen, starker Durst auf Kaltes, sehr schmerzhaftes Schlucken mit stechenden, brennenden Schmerz.
Belladonna: Rachen knallrot und geschwollen, heftige pochende Schmerzen, dennoch besteht ein Schluckbedürfnis. Geringer Durst, Zunge himbeerrot.
Apis: Kloßgefühl im Hals, starke Schluckbeschwerden. Zäpfchen glasig dick geschwollen. Zungenspitze gerötet, Beschwerden bessern sich durch Kälte, verschlimmern sich durch Wärme.
Übelkeit und Erbrechen- Nach einer Kopfverletzung oder Vergiftung muss die Ursache fachärztlich abgeklärt werden.
Nux Vomica: Würgen ohne richtiges Erbrechen, nach verdorbenem oder zu schwerem Essen, häufiges Aufstoßen, Bauchkrämpfe und Koliken. Beschwerden bessern sich durch Wärme.
Pulsatilla: Aufstoßen nach Eis, fettigem Essen, Gebäck, Kuchen oder unregelmäßigem Essen. Gefühl, dass das essen wie ein Stein im Magen liegt. Wenig Durst.
Arsenicum album: Mit Durchfall, vor allem nachts, anhaltendes Erbrechen nach verdorbener Nahrung. Beschwerden bessern sich durch Wärme; starker Durst vorhanden.
Okoubaka: Ist ein allgemein bewährtes Mittel bei Durchfall, Übelkeit, Erbrechen und Bauchschmerzen; auch als Prophylaxe auf Reisen geeignet.
Knochenschmerzen in der Wachstumsphase
Calcium phosphoricum: Bei nächtlichen Knochenschmerzen, die sich durch Bewegung und Wärme bessern.
Rhus T.: Anfängliche Bewegungen sind steif und schmerzhaft, bessern sich jedoch durch weitere Bewegung, Massage und Wärme.
Kopfschmerzen- Gehen Sie bei plötzlichen, unerträglichen starken Kopfschmerzen, Nackensteife, hohem Fieber, Lähmungen oder Bewusstseinstrübung sofort zum Arzt.
Belladonna: Plötzliches Pochen, klopfende Kopfschmerzen, gerötetes Gesicht und Augen, lichtempfindlich. Auslöser können Erschütterungen, Grippe, Schnupfen, Sonnenstich oder Migräne sein.
Bryonia: Kopfschmerzen verschlimmern sich bei kleinsten Bewegungen, bessern sich durch Ruhe und Kälte. Mögliche Ursachen sind Ärger oder Grippe.
Gelsemium: Pulsierende, schwere, dumpfe Kopfschmerzen, die vom Nacken zu den Augen aufsteigen, begleitet von Schwindel. Mögliche Auslöser sind Grippe, Angst oder Sorgen.
Ignatia: Schmerz, als würde ein Nagel in den Kopf gehämmert, beginnt langsam und endet plötzlich. Mögliche Ursachen sind Kummer, Sorgen oder Trauer.
Nux Vomica: Bei Spannungskopfschmerz, oft durch Stress ausgelöst, typischerweise im Hinterkopf oder über den Augen lokalisiert.
Pulsatilla: Drückender Kopfschmerz, verstärkt durch Wärme oder stickige Luft, kann durch Erkältung oder Menstruationsbeschwerden verursacht werden.
